Kindergarten
- 24. Apr. 2021
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 19. Aug.


2012 baute mein Mann mit Hilfe vieler Taglöhner gleich neben unserem Hort einen grossen Kindergarten. Dies ist die erste derartige Einrichtung in einem Dorf in Indien, ansonsten gibt es in den Dörfern nur eine Art Kleinkinderschulen, welche genauso funktionieren wie wir beim Hort berichtet haben. Die meisten Kinder, welche ja erst 3-4 jährig sind, weinen und schreien, wenn sie erstmals in diese Kleinkinderschule gebracht werden und oft noch Wochen danach.
Sie werden dann zusätzlich von diesen Betreuerinnen erbarmungslos bestraft, wenn sie nicht sofort schweigen und den Stift in die Hand nehmen um Schreiben zu lernen.
Richtiges Spielen, wie unsere Kinder dies dürfen, bleibt den Kindern in allen Drittwelt-ländern ohnehin vorbehalten. Im Jahr 2025 beschlossen die indischen Behörden, dass alle Kinder ab 3-jährig die Schule besuchen müssen, da die Anzahl der Kinder in den Schulen ziemlich abgenommen hat. Eigentlich ist es ja gut, dass die Familien nicht mehr so viele Kinder auf die Welt stellen.
Andererseits ist es sehr traurig, dass den Kindern ihre Kindheit durch das knallharte Lernen genommen wird. Das Schlimme folgt ja noch weiter nach Schulaustritt. Die Mädchen werden zum Teil schon ab 12-jährig um zuhause nach den kleinen Geschwistern zu schauen und den Haushalt zu machen, oder um gleich verheiratet zu werden und dann wie eine Sklavin von der Familie des Ehemanns gehalten zu werden.
Die Buben dürfen bis zu 8 Jahren die Schule besuchen, finden jedoch nach Austritt keine Arbeit. Lehrstellen wie wir es in Europa kennen gibt es in den Drittweltländern nicht. Vor allem die jungen Menschen werden überall extrem ausgebeutet, genau wie ihre Väter und Mütter. Zur Zeit finden in unserem Kindergarten Kurse für schwangere Frauen statt. Sie erhalten dort Unterricht über die Säuglingspflege sowie über gute Ernährung. Zudem erhalten die Frauen Unterricht in den verschiedenen Methoden der Verhütung und gratis Verhütungsmittel. Leider können wir "nur" an Frauen Verhütungsmittel abgeben und nicht für Männer, da Diese noch nicht so weit und gewillt sind, selbst auch etwas gegen die Überbevölkerung ihrer Heimatländer zu unternehmen.
Wir suchen in Sozialarbeit ausgebildete Frauen, welche bereit wären, junge intelligente Frauen zu suchen, die in unserem Kindergarten Analphabeten-Kurse für Frauen anbieten würden. Im weiteren ev. auch Nähkurse. Die dafür benötigten Nähmaschinen und Stoffe würden wir vom Hilfswerk selbstverständlich bezahlen. Die Frauen könnten dann gratis Kleider für ihre Kinder herstellen.
Eine weitere interessante Arbeit für eine Kindergärtnerin aus der Schweiz ist die Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen, welche nach der Schule den Spielpark besuchen.
Auch diese freuen sich auf das Spielen, aber zusätzlich noch auf Basteln und Werken. D.h., die Kindergärtnerin darf diese Mädchen und Frauen in den Kindergarten nehmen und mit ihnen nach Herzenslust Spiele machen, aus Restmaterialien, Seide, Baumwolle, farbigen Perlen, Pailletten, Papier usw. basteln und werken. Am liebsten Dinge, welche die Anwesenden dann mit viel Freude nach Hause nehmen oder selber als Schmuck tragen können. Selbstverständlich kann im Kindergarten zu indischer Musik getanzt werden. So hätten die Mädchen auch eine Gelegenheit einer Kindergärtnerin indische Tänze beizubringen.



Handarbeiten, welche diese Mädchen mit der letzten Kindergärtnerin fabriziert haben.

Auch diese Kindergartenmöbel hat mein Mann selbst hergestellt. Nun fehlen nur noch 2 grosse Tische sowie 15 grosse Stühle, welche Balwant im Jahr 2025 anschaffen wird.


Zwei Hausfrauen betreuen die Kinder Nur mit Schweizer Kindergärtnerinnen und lassen sie leider kaum spielen. dürfen die Kinder basteln und spielen.


All diese Spielsachen und Bastelmaterialien hat mein Mann im Verlauf der letzten 30 Jahre nach Indien mitgenommen und in diesen Schränken geordnet deponiert. Das Material wartet seit ca. 3 Jahren sehnlichst darauf, wieder gebraucht zu werden.
Hilfswerk Indian Hope Schweiz, Postfach, 3001 Bern, Tel./Fax: 031 722 19 81, E-Mail: info@indianhope.ch, Postkonto 30-481316-0, IBAN CH42 0900 0000 3048 1316 0
über TWINT






Kommentare